PNA: Was ein mobiles Navi mit eingebautem GPS-Empfänger ausmacht
PNA steht für ein tragbares Navigationsgerät, das Empfänger, Karten und Display in einem Gehäuse vereint. Hier erfahren Sie, wie es funktioniert, wie es sich von Smartphone und Festeinbau unterscheidet und für wen es sinnvoll ist.
Wer sich mit Navigationsgeräten beschäftigt, stößt in Datenblättern und Fachtexten früher oder später auf die Abkürzung PNA. Gemeint ist damit das, was die meisten Menschen schlicht „Navi“ nennen: ein eigenständiges Gerät, das Sie an der Windschutzscheibe befestigen, in die Lenkertasche stecken oder mit auf die Wanderung nehmen. Dieser Glossarbeitrag erklärt, was hinter dem Begriff steckt, wie ein solches Gerät arbeitet und wann es gegenüber dem Smartphone die bessere Wahl sein kann.
Was bedeutet PNA?
PNA ist die Abkürzung für Personal Navigation Assistant, also einen persönlichen Navigationshelfer. Daneben ist auch die Bezeichnung PND für Portable Navigation Device verbreitet. Beide Begriffe beschreiben im Alltag dieselbe Geräteklasse.
Typisch für einen PNA ist, dass alles Nötige in einem Gehäuse steckt. Das unterscheidet ihn von früheren Lösungen, bei denen ein Taschencomputer erst über eine externe GPS-Maus und zusätzliche Software zum Navi wurde. Zur Grundausstattung gehören:
- ein Empfänger für Satellitensignale samt Antenne
- gespeichertes Kartenmaterial auf internem Speicher oder Speicherkarte
- ein Display, meist mit Touchbedienung
- ein Lautsprecher für die Sprachansagen
- ein Akku für den Betrieb ohne Bordstrom
So findet das Gerät Ihren Standort und den Weg
Satelliten senden fortlaufend Signale mit präzisen Zeitangaben. Der Empfänger misst, wie lange diese Signale unterwegs waren, und errechnet daraus den Abstand zu den Satelliten. Für eine verlässliche Position braucht er mindestens vier davon. Viele aktuelle Geräte nutzen neben dem amerikanischen GPS auch weitere Systeme wie das europäische Galileo oder das russische GLONASS, was den Empfang zwischen hohen Gebäuden oder in tiefen Tälern verbessern kann.
Die Position allein führt Sie allerdings noch nicht ans Ziel. Erst die Software gleicht den Standort mit der Karte ab, berechnet eine Route und passt sie an, sobald Sie abbiegen oder eine Ausfahrt verpassen. Weil die Karten auf dem Gerät liegen, funktioniert die Zielführung auch ohne Mobilfunknetz. Zusatzdienste wie Live-Verkehrsdaten benötigen dagegen je nach Gerät eine Datenverbindung, etwa über ein gekoppeltes Smartphone.
PNA, Smartphone oder fest eingebautes System?
Welche Lösung passt, hängt stark davon ab, wie und wo Sie unterwegs sind. Die folgende Übersicht zeigt typische Unterschiede. Im Einzelfall kommt es immer auf das jeweilige Gerät an.
| Merkmal | PNA | Smartphone mit App | Festeinbau |
|---|---|---|---|
| Karten ohne Netz | in der Regel vorhanden | nur bei Offline-Karten | meist vorhanden |
| Wechsel zwischen Fahrzeugen | einfach | einfach | nicht möglich |
| Spezielle Routenprofile | je nach Modell, etwa für Lkw oder Wohnmobil | abhängig von der App | eher selten |
| Bedienung im Fahrzeug | eigenes Gerät nur für die Navigation | Ablenkung durch Anrufe und Mitteilungen möglich | ins Fahrzeug integriert |
| Kartenaktualisierung | abhängig von Hersteller und Lizenz | meist über die App | abhängig von Fahrzeughersteller und Modell |
Für wen sich ein eigenes Gerät lohnt
Trotz leistungsfähiger Navigations-Apps gibt es Einsatzzwecke, in denen ein spezialisiertes Gerät seine Stärken ausspielt:
- Lkw und Wohnmobil: Passende Geräte berücksichtigen Maße und Gewicht des Fahrzeugs bei der Routenplanung, sofern die Karte entsprechende Daten enthält.
- Motorrad: Dafür ausgelegte Modelle sind gegen Regen und Vibrationen geschützt und lassen sich teilweise auch mit Handschuhen bedienen.
- Fahrrad und Outdoor: Hier zählen robuste Gehäuse, lange Akkulaufzeit und geeignete Karten mit Wegen abseits der Straße.
- Vielfahrende: Das Smartphone bleibt frei für Telefonate, und sein Akku wird nicht durch die Navigation belastet.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Lassen Sie sich nicht nur von der Bildschirmdiagonale leiten. Wichtiger ist, ob das Gerät zu Ihrem Fahrzeug und Ihren Strecken passt. Prüfen Sie vor allem diese Punkte:
- Kartenabdeckung: Sind alle Länder enthalten, die Sie bereisen möchten?
- Kartenupdates: Wie lange und zu welchen Bedingungen stellt der Hersteller Aktualisierungen bereit?
- Verkehrsinformationen: Woher kommen die Daten, und ist dafür eine Smartphone-Kopplung oder ein Abo nötig?
- Halterung und Strom: Gehören eine stabile Halterung und ein passendes Ladekabel zum Lieferumfang?
- Akkulaufzeit: Im Auto ist sie meist zweitrangig, am Fahrrad oder beim Wandern dagegen entscheidend.
Sicher und regelkonform unterwegs
Bringen Sie das Gerät so an, dass es weder Ihre Sicht noch den Auslösebereich von Airbags beeinträchtigt. Geben Sie Ziele möglichst vor Fahrtbeginn ein, denn auch ein Navi darf während der Fahrt nur eingeschränkt bedient werden. Prüfen Sie außerdem die Einstellungen für Warnfunktionen vor Blitzern: Deren Nutzung während der Fahrt ist in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt, und im Ausland können andere Regeln gelten. Informieren Sie sich deshalb vor jeder Reise über die aktuelle Rechtslage in Ihrem Zielland.
Häufige Fragen
Ist PNA dasselbe wie ein GPS-Gerät?
Nicht ganz. GPS bezeichnet ein Satellitensystem zur Ortung, ein PNA ist dagegen das komplette Navigationsgerät mit Empfänger, Karten und Routenführung.
Braucht ein PNA eine Internetverbindung?
Für die reine Zielführung meist nicht, weil die Karten auf dem Gerät gespeichert sind. Für Updates und Live-Dienste kann je nach Modell jedoch eine Verbindung nötig sein.
Fallen für die Satellitenortung Gebühren an?
Nein, der Empfang der Satellitensignale selbst ist kostenfrei. Kosten können aber für Kartenpakete oder Zusatzdienste anfallen, je nach Hersteller und Angebot.
Kann ich ein Auto-Navi auch am Fahrrad nutzen?
Das ist nur bedingt sinnvoll. Auto-Navis sind oft nicht ausreichend gegen Nässe und Erschütterungen geschützt, und ihre Karten und Routen sind in der Regel auf den Straßenverkehr ausgelegt.


