Garmin: Was den Navi-Hersteller ausmacht und welche Geräte zu wem passen
Garmin baut Navigationsgeräte für Straße, Wasser, Luft und Gelände. Dieser Überblick erklärt, woher das Unternehmen kommt, wie seine Produktfamilien aufgebaut sind und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Wer ein eigenständiges Navigationsgerät sucht, stößt fast zwangsläufig auf Garmin. Während viele Autofahrer heute zum Smartphone greifen, hat sich das Unternehmen darauf spezialisiert, Geräte für ganz bestimmte Einsatzzwecke zu bauen: für den Lkw mit Höhenbeschränkung, das Motorrad im Regen oder die Wanderung ohne Mobilfunknetz. Hier erfahren Sie, wie Garmin entstanden ist, welche Gerätefamilien es gibt und wie Sie herausfinden, ob sich ein solches Gerät für Sie lohnt.
Vom Start-up zum Spezialisten für Satellitennavigation
Garmin wurde 1989 in den USA gegründet. Der Name setzt sich aus den Vornamen der beiden Gründer Gary Burrell und Min Kao zusammen. Die ersten Produkte richteten sich nicht an Autofahrer, sondern an die Schifffahrt und die Luftfahrt, also an Bereiche, in denen eine zuverlässige Positionsbestimmung besonders wichtig ist.
Erst als GPS-Empfänger kleiner und erschwinglicher wurden, kamen Handgeräte für Outdoor-Fans und schließlich Navis für das Auto hinzu. Diese Herkunft prägt das Unternehmen bis heute: Neben Autonavis gehören auch Bordelektronik für Boote und Flugzeuge, Fahrradcomputer, Sportuhren und Satellitenkommunikatoren zum Sortiment.
Die Garmin-Gerätefamilien im Überblick
Garmin ordnet seine Navigationsgeräte nach Einsatzgebieten. Die folgende Übersicht dient der Orientierung und ist keine Kaufempfehlung. Das Sortiment ändert sich regelmäßig, prüfen Sie den genauen Funktionsumfang daher immer beim jeweiligen Modell.
| Einsatz | Produktlinie | Typische Schwerpunkte |
|---|---|---|
| Auto | Drive-Familie | Straßennavigation, Fahrerhinweise, Verkehrsinformationen |
| Lkw | dēzl | Routen nach Fahrzeugmaßen und Gewicht, Rastplätze und Betriebshöfe |
| Wohnmobil | Camper | Routen nach Fahrzeugprofil, Verzeichnisse von Stellplätzen und Campingplätzen |
| Motorrad | zūmo | Robustes Gehäuse, handschuhtaugliche Bedienung, kurvenreiche Strecken |
| Fahrrad | Edge | Radrouten, Trainingsdaten, Anbindung von Sensoren |
| Outdoor | eTrex, GPSMAP, Montana | Topografische Karten, Tracks, Wegpunkte, lange Akkulaufzeiten |
Garmin-Navi oder Smartphone?
Eine App auf dem Handy reicht für viele Fahrten aus. Sie ist meist sofort einsatzbereit und zeigt die Verkehrslage oft sehr aktuell an. Ein eigenes Gerät spielt seine Stärken dagegen dort aus, wo das Telefon an Grenzen stößt:
- Fahrzeugprofile: Wer mit großem Wohnmobil oder Lkw unterwegs ist, braucht Routen, die Höhe, Breite und Gewicht berücksichtigen. Viele gängige Handy-Apps leisten das nicht oder nur eingeschränkt.
- Offline-Karten: Das Kartenmaterial liegt in der Regel auf dem Gerät. Im Funkloch oder im Ausland läuft die Navigation daher ohne mobile Daten weiter.
- Robustheit: Motorrad- und Outdoor-Geräte sind für Nässe, Erschütterungen und starke Sonneneinstrahlung ausgelegt.
- Entlastung des Telefons: Akku und Speicher des Handys werden geschont, und Anrufe unterbrechen die Zielführung nicht.
Dem stehen die Anschaffungskosten und ein zusätzliches Gerät gegenüber, das Sie pflegen und aktualisieren müssen. Wer nur gelegentlich mit dem Pkw fährt, kommt mit dem Smartphone oft gut zurecht. Wer beruflich oder in der Freizeit regelmäßig in besonderen Situationen unterwegs ist, profitiert eher von einem spezialisierten Navi.
Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten
Der Blick auf die Displaygröße allein greift zu kurz. Diese Fragen helfen bei der Auswahl:
- Wo nutzen Sie das Gerät? Klären Sie zuerst, ob Sie ein Gerät für ein bestimmtes Fahrzeug oder für mehrere Einsatzzwecke suchen. Ein Autonavi ersetzt selten ein Wandergerät.
- Welche Karten sind enthalten? Der Kartenumfang unterscheidet sich je nach Modell und Region. Das ist besonders wichtig, wenn Sie außerhalb Europas reisen möchten.
- Wie kommen Aktualisierungen auf das Gerät? Manche Navis laden sie per WLAN, andere benötigen dafür einen Computer. Prüfen Sie außerdem, ob und wie lange Kartenupdates im Kaufpreis enthalten sind.
- Wie erhalten Sie Verkehrsdaten? Je nach Gerät kommen sie über ein spezielles Kabel, eine Handyverbindung oder einen anderen Weg. Das beeinflusst die Aktualität und gegebenenfalls Ihren Datenverbrauch.
- Passt die Stromversorgung? Für Fahrzeuge ist die Halterung wichtig, für Wanderungen und Radtouren dagegen die Akkulaufzeit.
Einrichtung und sichere Nutzung
Aktualisieren Sie ein neues Gerät am besten vor der ersten längeren Reise, denn Updates können je nach Umfang einige Zeit dauern. Legen Sie bei Lkw und Wohnmobil die Fahrzeugmaße sorgfältig an, da die Routenberechnung nur mit korrekten Daten zuverlässig funktioniert. Verkehrszeichen und Anweisungen vor Ort haben immer Vorrang vor dem Navi.
Geben Sie Ziele möglichst vor der Abfahrt ein und befestigen Sie das Gerät so, dass es weder Ihre Sicht noch Airbags behindert. Während der Fahrt ist die Bedienung elektronischer Geräte nur eingeschränkt erlaubt. Auch Funktionen, die vor Blitzern warnen, dürfen in Deutschland während der Fahrt grundsätzlich nicht genutzt werden. Im Ausland können andere Regeln gelten, informieren Sie sich deshalb vor der Reise.
Häufige Fragen
Wofür ist Garmin bekannt?
Garmin ist vor allem für GPS-Geräte bekannt. Neben Navis für Auto, Lkw, Wohnmobil und Motorrad bietet das Unternehmen auch Produkte für Radsport, Outdoor, Fitness, Schifffahrt und Luftfahrt an.
Funktioniert ein Garmin-Navi ohne Internet?
Die eigentliche Navigation funktioniert in der Regel ohne Internet, weil die Karten auf dem Gerät gespeichert sind. Für Live-Dienste wie aktuelle Verkehrsdaten kann je nach Modell jedoch eine Verbindung nötig sein.
Sind Kartenupdates kostenlos?
Das hängt vom Gerät und von der enthaltenen Kartenlizenz ab. Viele Modelle bieten Updates ohne Zusatzkosten an, verlassen Sie sich aber nicht darauf. Prüfen Sie die Angaben zum jeweiligen Modell vor dem Kauf.
Kann ich ein Auto-Navi auch auf dem Motorrad verwenden?
Davon ist meist abzuraten. Autonavis sind in der Regel nicht für Regen, starke Vibrationen und die Bedienung mit Handschuhen ausgelegt. Für regelmäßige Touren ist ein dafür gebautes Gerät die bessere Wahl.


