TomTom: Der Navi-Hersteller im Überblick
TomTom baut nicht nur Navigationsgeräte, sondern liefert auch Karten- und Verkehrsdaten für Autohersteller und Softwarefirmen. Hier erfahren Sie, wie sich das Unternehmen entwickelt hat und worauf Sie bei einem TomTom-Navi achten sollten.
Für viele Autofahrer war TomTom lange fast ein Synonym für das Navi an der Windschutzscheibe. Heute ist das niederländische Unternehmen weniger sichtbar, aber keineswegs verschwunden: Seine Karten- und Verkehrsdaten stecken auch dort, wo gar kein TomTom-Logo zu sehen ist. Dieser Glossarbeitrag erklärt, wofür die Marke steht, welche Technik dahintersteckt und was Sie vor dem Kauf eines Geräts prüfen sollten.
Vom Softwarehaus zum bekannten Navi-Hersteller
TomTom wurde 1991 in Amsterdam gegründet, wo das Unternehmen bis heute seinen Sitz hat. Am Anfang standen keine Navis, sondern Programme für mobile Taschencomputer. Erst mit der Verbreitung von GPS-Empfängern rückte die Navigation in den Mittelpunkt, zunächst als Software für solche Handheld-Geräte.
Der Durchbruch gelang mit einem einfachen Konzept: Bildschirm, GPS-Empfänger und Kartensoftware in einem kompakten Gerät, das sich ohne Einbau in jedes Auto mitnehmen ließ. Navigation war damit nicht mehr teuren Werkseinbauten vorbehalten. In den 2000er-Jahren wurden solche mobilen Navis zum Massenprodukt und TomTom zu einem der prägenden Anbieter.
Zwei Entwicklungen veränderten das Unternehmen danach grundlegend:
- Eigene Kartenbasis: Mit der Übernahme des Kartenanbieters Tele Atlas sicherte sich TomTom einen direkten Zugriff auf digitale Straßendaten, statt sie nur einzukaufen.
- Konkurrenz durch das Smartphone: Kostenlose Karten-Apps setzten den Markt für eigenständige Navis stark unter Druck. TomTom verlagerte seinen Schwerpunkt deshalb zunehmend auf das Geschäft mit Unternehmen.
Was TomTom heute macht
Das Unternehmen ist in zwei Welten aktiv. Privatkunden kennen vor allem die Navigationsgeräte und Apps. Wirtschaftlich wichtig ist aber auch das Geschäft mit Firmenkunden: Autohersteller nutzen TomTom-Technik für ihre Bordsysteme, Softwarefirmen binden Karten, Routenberechnung und Verkehrsdaten in eigene Anwendungen ein.
Wer ein Fahrzeug mit Werksnavigation fährt oder eine Karten-App nutzt, kann also mit TomTom-Daten unterwegs sein, ohne es zu wissen. Welche Dienste tatsächlich dahinterstecken, hängt vom jeweiligen Fahrzeug oder Anbieter ab.
Die Technik hinter den Geräten
Drei Bausteine entscheiden darüber, wie nützlich ein Navi im Alltag ist:
- Kartenmaterial: Straßen ändern sich laufend, etwa durch neue Umgehungen, Einbahnregelungen oder Tempolimits. Karten müssen daher regelmäßig aktualisiert werden.
- Verkehrsinformationen: Moderne Verkehrsdienste werten unter anderem anonymisierte Bewegungsdaten vieler Fahrzeuge und Geräte aus. So lassen sich Staus oft früher und genauer erkennen als über klassische Radiomeldungen.
- Routenberechnung: Die kürzeste Strecke ist nicht immer die schnellste. Gute Systeme berücksichtigen auch die aktuelle Verkehrslage und typische Fahrzeiten.
Für Live-Dienste braucht ein Navi eine Datenverbindung. Je nach Gerät läuft sie über eine eingebaute SIM-Karte, eine Kopplung mit dem Smartphone oder WLAN. Kartenupdates werden bei aktuellen Geräten häufig direkt per WLAN geladen, bei älteren oft über den Computer.
Welche Geräteart passt zu Ihnen?
Das Sortiment ändert sich regelmäßig, die Grundfrage bleibt aber gleich: Wofür brauchen Sie das Navi? Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung.
| Einsatz | Darauf kommt es an |
|---|---|
| Pkw | Gut ablesbares Display, verlässliche Verkehrsdaten, unkomplizierte Updates |
| Lkw | Routen nach Höhe, Breite, Länge, Gewicht und Beschränkungen für das Fahrzeug |
| Wohnmobil und Gespann | Eigenes Fahrzeugprofil, passende Sonderziele wie Stellplätze oder Campingplätze |
| Motorrad | Wetterfestes Gehäuse, Bedienung mit Handschuhen, kurvige Streckenvorschläge, Kopplung mit dem Headset |
| Fahrrad und Outdoor | Hier sind meist spezialisierte Geräte oder Apps mit Rad- und Wanderkarten die bessere Wahl |
Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten
Gerade bei Restposten und Gebrauchtgeräten lohnt sich ein genauer Blick, denn das Display sagt wenig über die künftige Nutzbarkeit aus. Prüfen Sie vor allem diese Punkte:
- Updates: Wird das Gerät noch vom Hersteller unterstützt? Ältere Modelle können aus der Pflege fallen und erhalten dann keine neuen Karten oder Dienste mehr.
- Kartenabdeckung: Sind alle Länder enthalten, in die Sie reisen möchten?
- Laufende Kosten: Klären Sie, welche Dienste inklusive sind und ob für einzelne Funktionen ein Abo nötig wird.
- Bedingungen für lebenslange Updates: Solche Versprechen beziehen sich meist auf die Lebensdauer des Geräts, nicht auf Ihre eigene. Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers.
- Speicherplatz: Große Kartenpakete brauchen Platz. Achten Sie darauf, ob sich der Speicher erweitern lässt.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein TomTom-Navi neben dem Smartphone noch?
Das hängt von Ihrem Bedarf an. Ein eigenes Gerät ist vor allem für Vielfahrer, Lkw-Fahrer und Reisende mit großen Fahrzeugen interessant, weil es das Handy schont und fahrzeugbezogene Routen bietet. Für gelegentliche Fahrten reicht oft eine App.
Sind Kartenupdates kostenlos?
Das ist vom Gerät und seinen Bedingungen abhängig. Viele neuere Modelle bieten Updates ohne Zusatzkosten an, solange sie unterstützt werden. Prüfen Sie die Angaben für Ihr konkretes Gerät.
Darf ich in Deutschland Blitzerwarnungen nutzen?
Während der Fahrt ist es in Deutschland nicht erlaubt, Funktionen zu verwenden, die gezielt vor Geschwindigkeitskontrollen warnen. Auch im Ausland gelten teils strenge Regeln. Deaktivieren Sie solche Funktionen im Zweifel und informieren Sie sich vor Reisen über die jeweilige Rechtslage.
Stellt TomTom nur Navis her?
Nein. Neben Geräten und Apps gehören Karten, Verkehrsdaten und Navigationssoftware für Autohersteller und andere Unternehmen zum Angebot.


